Rückentipp

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Drei Bilder: jedes zeigt aus einer anderen Perspektive, wie eine Frau mit Krücken eine Treppe läuft

Schon das Laufen mit Krücken kann eine ganz schöne Herausforderung darstellen, besonders wenn man es nicht gewohnt ist. Noch viel schwieriger ist jedoch das Treppensteigen mit Krücken. Hier kommt es regelmäßig zu Stürzen, Überlastungen der Gelenke oder neuen Verletzungen durch falsches Abstützen. Mit Krücken Treppen zu steigen erfordert Kraft, Gleichgewicht und Koordination und birgt ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko. Deshalb ist eine gute Technik so wichtig. Wir erklären dir, worauf du achten solltest und wie dir eine Treppensteighilfe helfen kann, wenn die Beeinträchtigungen länger andauern. Hier findest du alle wichtigen Infos und Tipps.

Treppen steigen mit Krücken? Warum das so anspruchsvoll ist

Beim Treppensteigen müssen mehrere Bewegungen gleichzeitig koordiniert werden: Abstützen, Hochheben und Absetzen der Füße, Gewichtsverlagerung und Gleichgewichtskontrolle. Das ist schon ohne Gehhilfe keine simple Aufgabe, auch wenn wir im Alltag natürlich daran gewöhnt sind. Mit Krücken sieht die Sache jedoch ganz anders aus:

  • Die Balance ist schlechter als sonst, womöglich kommen Schmerzen dazu.
  • Die Arme und Schultern müssen einen großen Teil der Stabilisierung übernehmen.
  • Die Hände sind nicht frei für den Handlauf.
  • Die Koordination der Bewegung ist nach einer Verletzung nicht routiniert.

Wenn dann noch der Handlauf fehlt, Ermüdung dazukommt oder die Stufen eng sind, wird es richtig problematisch und Verletzungen sind fast schon vorprogrammiert.

Mit Krücken sicher Treppen steigen: So geht's!

Es ist und bleibt ein Risiko, mit Krücken oder anderen Gehhilfen Treppen zu überwinden. Trotzdem lässt es sich nicht immer vermeiden. Mit diesen Tricks und Techniken kannst du das Risiko für Unfälle deutlich reduzieren:

Ein Mann mit Krücken auf einer langen Treppe

Koordination der Beine

Die wichtigste Grundregel: Das gesunde Bein zuerst hoch, das verletzte Bein zuerst runter. Etwas ausführlicher bedeutet das: Beim Hinaufgehen setzt du zuerst das belastbare, gesunde Bein eine Stufe nach oben, dann folgen das betroffene Bein und die Krücken. Beim Hinuntergehen gehst du umgekehrt vor: zuerst betroffenes Bein und Krücken, dann das belastbare Bein.

Bild zeigt eine Person, die mit Gips und Krücken eine Treppe heraufläuft

Wenn möglich: immer ein Geländer benutzen!

Ein festes Geländer erhöht deine Stabilität deutlich, egal ob du die Treppen runter oder hoch gehst. Nimm beide Krücken auf eine Seite (oder lass dir eine nachbringen) und halte dich mit der freien Hand am Geländer fest! Das verbessert das Gleichgewicht und entlastet die Schultern.

Bild zeigt eine Frau, die Krücken in der einen und ein Geländer an der anderen Hand hält

Langsam Stufe für Stufe gehen!

Das Treppensteigen mit Krücken erfordert Aufmerksamkeit und Ruhe. Wenn Hektik ins Spiel kommt, erhöht sich die Verletzungsgefahr deutlich. Nimm dir deshalb Zeit und bewältige bewusst eine Stufe nach der anderen! Gehe erst weiter, wenn du auf einer Stufe stabil stehst! Lege Pausen ein, wenn die Kraft nachlässt! Treppensteigen mit Krücken ist anstrengend, das ist ganz normal.

Schultern und Arme bewusst entlasten!

Beim Treppensteigen mit Krücken lastet viel Gewicht auf den Armen und Schultern. Achte deshalb darauf, die Arme locker zu halten (Schultern nicht hochziehen) und wann immer nötig Pausen einzulegen!

Ebenfalls entscheidend: die Einstellung der Krücken!

Schlecht passende Krücken führen schnell zu Unsicherheit und Überlastung. Achte deshalb darauf, dass deine Krücken optimal eingestellt sind: Wenn du aufrecht stehst, sollten die Griffe etwa auf der Höhe deines Handgelenks liegen und die Ellenbogen sollten leicht angewinkelt sein.

Bei dauerhaften Einschränkungen: Treppensteighilfen nutzen

Wer über längere Zeit hinweg auf Gehhilfen angewiesen ist, sollte über die Installation einer Treppensteighilfe nachdenken. Die meisten denken bei diesem Thema sofort an einen Treppenlift, doch es gibt noch andere, oft bessere Lösungen. Schließlich gilt das Treppensteigen als sehr gutes Training für den ganzen Körper und sollte, wenn möglich, nicht komplett vermieden werden.

Mann geht mit einer Treppensteighilfe eine lange Treppe hinunter

Die Lösung ist eine Art Rollator für Treppenstufen. Bei dieser Form der Treppensteighilfe wird eine stabile Führungsschiene an der Wand angebracht, in der ein Griff mitläuft. Ähnlich wie bei einem Rollator kann dieser Griff mit beiden Händen vor dem Körper gehalten werden. Das sorgt für deutlich mehr Sicherheit und geringere Sturzgefahr, während du gleichzeitig so mobil wie möglich bleibst.

Bild zeigt eine Person, die mit einer Treppensteighilfe die Treppe hinunter geht.

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