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Blog Kategorie → Rückenfreundliches Büro

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Zweiteilige Bildcollage: Frauen halten sich im Büro die Ohren zu, während Kollegen mit Megafon auf sie einschreien.

Beim Thema „Lärm am Arbeitsplatz“ denken die meisten Menschen erst einmal an Baustellen oder Industrie-Arbeitsplätze. Aber auch im Büro kann Lärm zum Problem werden und die Gesundheit der Beschäftigten gefährden.
Leider wird der Geräuschpegel im Büro noch immer oft unterschätzt. Dabei wäre es gar nicht so schwer, die Lärmbelastung in Büroräumen zu reduzieren!
In diesem Artikel erfährst du, warum ein lauter Arbeitsplatz problematisch ist, selbst wenn es „nur“ um Bürolärm geht, wie laut es im Büro sein darf und welche Maßnahmen helfen können.

Auf einen Blick: Lärm am Arbeitsplatz

  • Lärm im Büro wird oft unterschätzt, obwohl schon normale Gespräche oder technische Geräusche die Konzentration stören können.
  • Dauerhafte Geräuschbelastung steigert den Stresspegel und kann die Arbeitsqualität sowie das allgemeine Wohlbefinden senken.
  • Für konzentriertes Arbeiten gelten im Büro strenge Richtwerte (max. 55 dB), die häufig schon durch einfache Unterhaltungen erreicht werden.
  • Effektive Maßnahmen zur Lärmminderung sind akustisch wirksame Raumteiler, die Auslagerung lauter Geräte und klare Home-Office-Regelungen.
  • Rückzugsorte wie Akustikkabinen ermöglichen fokussiertes Arbeiten und entlasten die Geräuschkulisse im restlichen Büro.

Warum ist Lärm im Büro ein unterschätztes Problem?

Gespräche, Telefonklingeln, Tastaturgeräusche und Tassenklirren bilden einen ständigen Geräuschteppich. Dieser kann die Konzentration erheblich beeinträchtigen.
Natürlich entsteht hier längst kein so großer Lärm wie zum Beispiel auf einer Baustelle oder in einer Maschinenhalle. Trotzdem kann die Geräuschkulisse im Büro zu einem echten Problem werden. Gerade unvorhersehbare Geräusche stören besonders, weil sie unsere Aufmerksamkeit immer wieder unterbrechen.

Warum kann Lärm am Arbeitsplatz problematisch sein?

Dauergeräusche sind anstrengend und treiben den Stresspegel nach oben, selbst wenn die Geräusche eigentlich gar nicht so laut sind. Doch Geräusche sorgen für ständige Unterbrechungen der Aufmerksamkeit. Das kann dazu führen, dass Aufgaben länger dauern, Fehler häufiger auftreten oder die Ergebnisse schlechter sind.

Welche Auswirkungen kann eine dauerhafte Belastung mit Geräuschen haben?

Wenn die Beschäftigten Lärm ausgesetzt sind, kann das sowohl ihre Leistung als auch ihre Gesundheit deutlich beeinträchtigen.

  • Eine ungünstige Geräuschkulisse kann das Arbeitsklima negativ beeinflussen. Wenn sich Mitarbeitende gestört fühlen, steigt die Reizbarkeit, während gleichzeitig die Zufriedenheit sinken kann.
  • Durch großen Lärm kann das Hörsystem stark beansprucht werden. Solche Lärmpegel werden im Büro zwar nur selten erreicht, dennoch beginnen die Belastung und Gefährdung durch Lärm schon bei deutlich niedrigeren Geräuschpegeln.
  • Geräusche, die das Gehirn als störend bewertet, aktivieren das Stresssystem: Der Körper schüttet Cortisol aus, Puls und Blutdruck steigen, die Muskulatur verkrampft und Schmerzen können entstehen. Besonders betroffen sind Nacken und Schultern.
12:59 Claude hat geantwortet: Mann sitzt am Schreibtisch und hält sich mit beiden Händen den Nacken. Mann sitzt am Schreibtisch und hält sich mit beiden Händen den Nacken.

Wichtig zu wissen: Weil Lärm am Arbeitsplatz eine so große Belastung sein kann, muss sie ein Teil arbeitsmedizinischer Vorsorge sein. Genaueres regelt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV).

Wie laut darf es im Büro sein?

Was viele nicht wissen: Im Büro gelten deutlich strengere Richtwerte als in vielen anderen Arbeitsbereichen.

  • Für Tätigkeiten, die hohe Konzentration erfordern, darf die Geräuschkulisse maximal 55 dB erreichen.
  • Bei Büroarbeiten mit höherem Routineanteil gilt ein Grenzwert von 70 dB.

Zum Vergleich: Ein normales Gespräch liegt schon bei etwa 55 dB. Das zeigt, wie schnell dieser Lärmbereich im Alltag erreicht wird. Ganz besonders im Großraumbüro ist das ein Problem, weil dort viele Geräusche gleichzeitig auftreten.
In der Industrie gelten ab etwa 80 dB klare Auslösewerte für Schutzmaßnahmen. Ab dieser Grenze müssen definitiv technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden. Doch auch schon weit unterhalb des Auslösewertes von 80 dB kann der Lärm zur Belastung werden.

Welche Maßnahmen helfen gegen Lärm im Büro?

Lärm lässt sich selten komplett vermeiden, aber er kann gezielt reduziert werden. Diese Maßnahmen helfen:

  • Eine moderne Bürogestaltung bezieht auch die Akustik des Raums mit ein. Pflanzen, Raumtrenner oder Deko-Elemente aus akustisch wirksamen Materialien können viel Lärm schlucken.
  • Geräuschintensive Geräte wie die Kaffeemaschine oder der Drucker sollten nicht im Büroraum, sondern in einem separaten Bereich stehen.
  • Wenn möglich sollten Telefonate oder Meetings in geschlossene Räume verlegt werden. Das senkt den Geräuschpegel im Großraumbüro für alle.
  • Auch im Büro kann es eine große Hilfe sein, den Mitarbeitenden Gehörschutz zur Verfügung zu stellen. Noise-Cancelling-Kopfhörer reduzieren störende Hintergrundgeräusche und helfen konzentrierter zu arbeiten. Gleichzeitig können sie ein Signal sein, dass die Person gerade nicht gestört werden möchte.
  • Nicht alle Mitarbeitenden müssen gleichzeitig im Büro sein: Eine sinnvolle Home-Office-Regelung kann den Lärm am Arbeitsplatz deutlich senken.
  • Kaffeeküche, Kicker oder Sofa-Ecke: Wenn es Orte und Gelegenheiten für lockere Begegnungen gibt, finden weniger Gespräche im Büroraum statt.
  • Akustikkabinen und andere lärmreduzierte Bürobereiche sind eine große Hilfe. Hierhin können sich Mitarbeitende für Gespräche oder besonders konzentrationsfordernde Aufgaben zurückziehen.
Modernes Großraumbüro mit Arbeitsplätzen und einer verglasten Akustikkabine, in der zwei Personen stehen.

Fazit:

Lärm am Arbeitsplatz ist auch im Büro ein Thema, dem du Aufmerksamkeit schenken solltest. Er gehört genauso zur Ergonomie wie ein guter Stuhl oder ein höhenverstellbarer Schreibtisch. Für Personalverantwortliche und BGM‑Beauftragte lohnt es sich deshalb, die akustische Gestaltung von Arbeitsplätzen stärker in Präventionskonzepte einzubeziehen. Schon kleine Anpassungen können den Lärm reduzieren und damit die Arbeitsqualität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigern.

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