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Fahrradsättel

Wie der Rücken den Fahrradsattel lieben lernt

Die meisten Menschen finden: Ein Fahrradsattel soll bequem sein. Aber das ist erst die halbe Miete. Denn mindestens genauso wichtig ist, dass der Sattel eine gesunde Haltung auf dem Fahrrad fördert. Vor allem dann, wenn ab und zu Rückenschmerzen ein Thema sind.

Problemzone Fahrradsattel

Jedes der rund 75,5 Millionen Fahrräder, die laut neuester Statistik* auf deutschen Straßen unterwegs sind, hat seine eigene Problemzone: den Fahrradsattel. Es ist gar nicht so leicht, einen passenden Sattel zu finden. Was passend ist, hängt davon ab, ob ein Mann oder eine Frau das Fahrrad fährt, wofür das Fahrrad genutzt wird und wie die Maße und Einstellungen des Fahrrads sind. Schwierig wird es in der Erstausrüstung eines Fahrrads, da noch gar nicht feststeht, wer später darauf sitzen wird.

* Anzahl der Fahrräder in Deutschland von 2005 bis 2023

Sitzbeschwerden müssen nicht sein

Kaum ein Radler, der das Problem nicht kennt: Taubheitsgefühle, Sitzbeschwerden, Rückenschmerzen und Verspannungen sind auf dem Rad schon nach kurzen Strecken keine Seltenheit. Eigentlich erstaunlich: Da gibt es Hightech-Modelle mit allem möglichen Schnickschnack, doch die Basis bildet bei fast allen Sätteln eine starre, nahezu unbewegliche Sitzschale. In Kombination mit einem unpassenden Sattelpolster wirkt sich diese nachweislich negativ auf die Durchblutung im Sitzbereich, insbesondere im Damm- und Genitalbereich, aus. Da sich die weibliche und männliche Anatomie im Sitzbereich erheblich unterscheiden, werden spezielle Sättel für Frauen und Männer in unterschiedlichen Breiten angeboten. Sie unterscheiden sich neben ihrer Grundform durch die Ausgestaltung des Entlastungskanals im Damm- und Genitalbereich. Für Fälle, in denen diese Zuordnung bei der Fahrradproduktion noch nicht möglich ist, hat sich außerdem eine dritte, geschlechtsneutrale Variante etabliert – der ergonomische Unisex Basissattel (siehe weiter unten).

Alles eine Frage der Dynamik

Lösen lassen sich diese Probleme mit einem Sattel, der beweglich und richtig eingestellt ist. Der Sattel sollte in seiner Konstruktion so flexibel sein, dass er die natürliche Beckenbewegung zulässt und Erschütterungen beim Fahren zuverlässig gedämpft werden. Ein vollflächiges 3D-Dämpfungselement verhindert zudem die sonst übliche starre Haltung auf dem Rad. Wem ein Sattel die Möglichkeit gibt, sich kontrolliert zu bewegen und die Sitzpositionen zu ändern, profitiert von aktiveren Rückenmuskeln während der Fahrt – für mehr Rückengesundheit.

Beim Einstellen des Sattels empfiehlt sich eine waagerechte Position als Grundeinstellung. Wird der Damm- und Genitalbereich zu stark belastetet, so kann es helfen die Sattelspitze geringfügig abzusenken. Rutscht man jedoch nach vorne und hat dadurch zu viel Druck im Damm- und Genitalbereich, oder hat zu viel Last auf den Händen, so hilft es die Sattelspitze minimal anzuheben.

Der ergonomische Unisex Basissattel – eine gute Wahl beim Kauf eines Serienfahrrads

Bei bestimmten Fahrradtypen – z. B. Touring-, Trekking- oder Fitnessrädern – steht beim Kauf oft nicht fest, ob später ein Mann oder eine Frau darauf sitzen wird, da diese Räder gleichermaßen von beiden genutzt werden. Der werkseitig montierte Sattel muss deshalb möglichst viele Menschen gleichermaßen gut ansprechen. Für diesen Fall wurde der ergonomische Unisex Basissattel entwickelt: geschlechtsneutral und in Einheitsgröße, die dank der Normalverteilung des Sitzknochenabstands bereits rund 70 Prozent aller Fahrerinnen und Fahrer gut versorgen sollten. Ein hybrider Entlastungskanal sowie die für diese Radtypen typische aufrechte Sitzposition müssen dafür sorgen, dass das Becken weniger kippt und die Last vor allem über die Sitzhöcker statt über das empfindliche Weichteilgewebe abgeleitet wird – ein Effekt, von dem beide Geschlechter profitieren. Wer später dennoch umsteigen möchte, findet mit einem individuell angepassten Sattel für den eigenen Fahrradtyp und die individuellen Bedürfnisse die noch bessere Lösung – bis dahin ist der Unisex Basissattel einem beliebigen Seriensattel jedoch meist ergonomisch klar überlegen.

Zubehör auf das man nicht verzichten sollte

Zum rückenfreundlichen Radfahren gehören auch ergonomische Fahrradgriffe und ein rückengerechter Fahrradrucksack. Das Allerwichtigste ist jedoch die individuelle Einstellung des Fahrrads. Was bei guten Fahrradhäusern zum Service gehöret, kann man mit entsprechender Anleitung auch leicht selbst vornehmen. Tipps dafür bekommen Sie auf diesen Webseiten der AGR.

Checkliste für rückengerechte Fahrradsättel

  • Den Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Anatomie im Sitzbereich müssen gute Sättel Rechnung tragen. Bei Nachrüstsätteln sollten Hersteller sollten darauf Rücksicht nehmen und Sättel in unterschiedlichen Ausführungen anbieten. Das schließt unterschiedliche Sattelbreiten mit ein.
    Wo dies bei der Erstausrüstung nicht möglich ist, sollte zumindest ein ergonomisch durchdachter Unisex-Sattel zum Einsatz kommen, der den Bedürfnissen aller Geschlechter möglichst gut Rechnung trägt.
  • Manche Menschen erleben ein unangenehmes Kribbeln im Damm- bzw. Genitalbereich beim Radfahren. Ursache ist meist ein zu starker Druck auf die Nervenbahnen oder eine reduzierte Durchblutung. Ein gute Druckverteilung trägt daher ebenso zu angenehmem Fahrradfahren bei wie eine auf das Geschlecht zugeschnittene Ausformung der Satteloberfläche.
  • Eine sichere Sitzhaltung ist gewünscht, jedoch sollte sie nicht allzu starr sein. Daher sollte ein guter Fahrradsattel die fahrdynamischen Beckenbewegungen fördern und Fahrbahnunebenheiten teilweise absorbieren.
  • Last but not least ist alles auch hier eine Frage der Einstellung. Daher muss der Sattel sich in Längsneigung verstellen lassen. Viel Spielraum bei der Längsverstellung trägt zu einer optimalen Einstellung der Sitzposition bei.

           Mehr Informationen zu ergonomischem Fahrradfahren:

           Einfach zur individuellen Radeinstellung

           Ergonomische Fahrradgriffe

           Der rückengerechte Fahrradrucksack

Mindestanforderungen

  • Auf das Geschlecht zugeschnittene Ausführungen1
  • Ergonomisch optimierter Entlastungskanal für beide Geschlechter2
  • Unterschiedliche Breiten1
  • Passende Breite für über ⅔ aller Nutzer2
  • Druckentlastung im Damm- und Genitalbereich
  • Optimale Druckverteilung

 

  • Unterstützung des dynamischen Sitzens
  • Teilweise Absorbation von Vibrationen
  • Ermöglichen von Längs- und Neigungsverstellung

    Gilt nur für ergonomische Nachrüstsättel
    2 Gilt nur für ergonomische Basissättel

Produkte mit dem AGR-Gütesiegel

Bilder und Videos

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