Neues aus der Verhältnisprävention 41 AGR aktuell 2026/75 | Aktion Gesunder Rücken e. V. Therapeuten berichten zudem von positiven Effekten auf Aufmerksamkeit und Konzentration. Sensomotorische Aufgaben fordern das Gehirn, Bewegungen bewusst zu steuern und anzupassen. Gerade bei neurologischen Erkrankungen unterstützt dies die neuronale Anpassungsfähigkeit und kann langfristig zu stabileren Bewegungsmustern führen. Ein Ansatz mit Zukunft Angesichts einer alternden Gesellschaft gewinnt die Kombination aus Sensomotorikschulung und Krafttraining zunehmend an Bedeutung. Sie ist vergleichsweise kostengünstig, vielseitig einsetzbar und lässt sich sowohl in der Therapie als auch in Gruppenangeboten oder im häuslichen Training umsetzen. Entscheidend ist dabei eine fachkundige Anleitung, die Sicherheit gewährleistet und Übungen individuell anpasst. Die Botschaft ist klar: Unsicherheit in der Bewe- gung ist kein unausweichliches Schicksal. Auch bei komplexen Herausforderungen wie Ataxie und Sarkopenie können gezielte Trainings- ansätze helfen, Stabilität zurückzugewinnen – körperlich wie mental. Oder, wie es ein Therapeut treffend formuliert: Kraft gibt Sicherheit, Senso- motorik gibt Kontrolle. Gemeinsam schaffen sie die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Training auf instabilem Untergrund: der TOGU Jumper als therapeutisches Werkzeug Ein zunehmend genutztes Hilfsmittel in der sensomotorischen und kraftorientierten Therapie ist der sogenannte TOGU Jumper – ein luftgefülltes, elastisches Trainingsgerät, das einen bewusst instabilen Untergrund schafft. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, entfaltet gerade bei Menschen mit Ataxie und Sarkopenie eine bemerkenswerte Wirkung. Der instabile Stand zwingt das Nervensystem dazu, permanent Informationen aus Muskeln, Gelenken und dem Gleichgewichtssystem zu verarbeiten. Gleichzeitig müssen die Muskeln kontinuierlich fein dosiert Kraft aufbringen, um die Balance zu halten. Genau dieses Zusammenspiel macht den Jumper besonders wertvoll für die kombinierte Behandlung beider Krankheitsbilder. In der Praxis beginnt das Training meist mit ein- fachen Standübungen. Schon das ruhige Stehen auf dem Jumper aktiviert die tiefe Bein- und Rumpfmuskulatur und verbessert die Körperwahrnehmung. Therapeuten lassen die Trainierenden dabei bewusst ihr Gewicht verlagern – nach vorne und hinten, von einer Seite zur anderen. Für Menschen mit Ataxie ist dies eine effektive Möglichkeit, die Kontrolle über den Körperschwerpunkt zu schulen, ohne komplexe Bewegungsabläufe ausführen zu müssen. Ein weiterer bewährter Ansatz ist das Aufstehen vom Stuhl und das Wiederhinsetzen, wobei der Jumper unter den Füßen liegt. Diese Übung verbindet funktionelles Krafttraining mit sensomotorischer Herausforderung. Während die Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur gezielt gekräftigt wird, lernt das Nervensystem, die Bewegung trotz instabiler Rückmeldung sicher zu steuern. Gerade für Betroffene mit Sarkopenie ist diese Übung alltagsnah und hochwirksam. Auch das Gang- und Schritttraining lässt sich mit dem Jumper erweitern. Einzelne Schritte auf den Jumper, bewusstes Antippen mit dem Fuß oder kurze Schrittfolgen fördern die Koordination und Reaktionsfähigkeit. Bei Ataxie kann dies helfen, die Schrittgenauigkeit zu verbessern und überschießende Bewegungen zu reduzieren – stets unter therapeutischer Sicherung. Nicht zuletzt eignet sich der TOGU Jumper für das Training der oberen Extremitäten. Im sicheren Stand werden Gegenstände gereicht, Bälle geworfen oder leichte Widerstände überwunden. Die instabile Basis fordert dabei automatisch eine erhöhte Rumpfspannung und verbessert die Ganzkörperkoordination. Das Ergebnis ist ein Training, das Kraft, Gleichgewicht und Wahrnehmung gleichzeitig anspricht – ohne monotone Wiederholungen. Therapeutische Erfahrung zeigt, dass viele Patienten den Jumper als motivierend empfinden. Die Übungen sind abwechslungsreich, Fortschritte werden schnell spürbar, und das Training bleibt spielerisch, ohne an Wirksamkeit zu verlieren. Entscheidend bleibt jedoch eine fachkundige Anleitung: Intensität, Dauer und Schwierigkeitsgrad müssen individuell angepasst werden, um Überforderung und Unsicherheit zu vermeiden. Der Einsatz des TOGU Jumpers verdeutlicht exemplarisch, wie moderne Therapie aussehen kann: funktionell, vernetzt und nah am Alltag. Er steht damit sinnbildlich für einen Ansatz, der nicht nur Muskeln stärkt, sondern dem Körper hilft, Bewegung wieder sicher zu organisieren – ein zentraler Schritt auf dem Weg zu mehr Stabilität und Selbstständigkeit. ' Kontaktinformationen Standpunkt Gesundheit GmbH Martina Ecker | 59065 Hamm Tel.: 02381 4266400 m.ecker@standpunkt-gesundheit.de www.standpunkt-gesundheit.de Instabile Untergründe schulen die Balance und stärken vor allem die Rumpf- und Beinmuskulatur – für mehr Sicherheit im Alltag.
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