Unterwegs 19 profitieren sogar Mitfahrer auf den Rücksitzen von ergonomischen Lösungen.“ Das AGR-Gütesiegel gilt als verlässliche Orientierungshilfe für gesundes Sitzen im Auto. Dennoch sind weiterhin Sitze im Umlauf, die grundlegende ergonomische Anforderungen nicht erfüllen und bei längeren Fahrten zu Überlastungen führen können. „Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es oft schwierig, auf den ersten Blick zu erkennen, wie gut ein Sitz den Rücken tatsächlich unterstützt“, erläutert der Experte. Wer in seinem Fahrzeug keinen ergonomischen Sitz hat, muss deshalb nicht zwangsläufig ein neues Auto anschaffen. Speziell entwickelte, Ergo-Sitze lassen sich in vielen Fällen auch nachträglich in Gebrauchtwagen einbauen. Damit ein Sitz das Prädikat „Geprüft und empfohlen“ erhält, muss er zahlreiche Kriterien erfüllen. Dazu gehören unter anderem eine anpassbare Sitzhöhe, eine verstellbare Sitzflächenneigung sowie eine verlängerbare Sitzfläche. Eine individuell einstellbare Vier-Wege-Lordosenstütze unterstützt die natürliche Form der Wirbelsäule. Zusätzliche Systeme wie aktive Sitzdynamik mit aufblasbaren Polstern sorgen für Halt in Kurven, während komfortable Kopfstützen den Nacken in Pausen entlasten. Ergänzt wird der Sitzkomfort durch elektrische Verstellungen, Massagefunktionen, Sitzheizung und atmungsaktive Materialien für ein angenehmes Sitzklima. „Selbst der beste Autositz kann seine Wirkung nur entfalten, wenn er korrekt eingestellt ist“, betont Detjen. Viele Fahrerinnen und Fahrer schöpfen die vorhandenen Einstellmöglichkeiten nicht aus, obwohl bereits kleine Veränderungen der Sitzposition einen großen Unterschied machen können. Unabhängig von Technik und Ausstattung empfiehlt der AGR-Experte zudem, bei längeren Fahrten regelmäßig Pausen einzulegen und sich kurz zu bewegen. Das entlastet die Muskulatur, fördert die Durchblutung – und sorgt dafür, dass der Rücken auch auf langen Strecken fit bleibt. WISSENSWERTES So stellen Sie den Sitz richtig ein: Wenn Sie mit dem unteren Rücken bzw. mit dem Gesäß dicht an der Lehne sitzen, sollten zwischen Ihren Kniekehlen und der Sitzvorderkante noch circa 2–3 Finger passen. Stellen Sie die Länge der Sitzfläche entsprechend ein! Die richtige Sitzposition erreichen Sie, wenn Sie die Pedale ganz durchtreten können, Ihr Knie aber noch leicht gebeugt ist. Über die Einstellung der Sitzhöhe und -neigung können Sie die Position weiter für sich optimieren. Sitzen Sie dabei so hoch wie möglich, solange noch eine Handbreit Platz zum Dachhimmel ist! Besonders wichtig ist, dass der Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule und der Schulterblätter gut gestützt wird. Die Arme sollten leicht gebeugt sein, wenn Sie das Lenkrad halten. Achten Sie jedoch darauf, dass die Schultern weiterhin Kontakt zur Lehne haben, wenn Sie Lenkbewegungen ausführen! Stellen Sie die Lordosenstütze immer von unten nach oben ein, damit die Lendenwirbelsäule gut gestützt ist! Passen Sie die Kopfstütze so an, dass der Hinterkopf beim Sitzen geschützt, aber der Nacken nicht gestützt wird! Für die Höheneinstellung gilt: Oberkante Kopfstütze = Oberkante Kopf. „Das Sitzen im Auto ist immer ein Kompromiss aus Ergonomie und Sicherheit.” Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken e.V. Step ins Web Was muss ein guter Autositz können, eine ausführliche Beschreibung der Sitzeinstellung, Rückenübungen während der Fahrt oder auf dem Rastplatz sowie Videos finden Sie unter: www.agr-ev.de/ autositze Eine elektrische Einstellung verbessert den Bedienkomfort zusätzlich. Wussten Sie, dass Mediziner bei längeren Fahrten empfehlen, kleine Anpassungen in der Sitzeinstellung vorzunehmen? Auch das wäre hiermit leicht durchführbar!
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