AGR aktuell Ausgabe 75

69 AGR aktuell 2026/75 | Aktion Gesunder Rücken e. V. blick zu Fakten und Mythen zum Dehnen im Sport“ stellte er die aktuelle wissenschaftliche Datenlage zum Thema Stretching vor. Dabei ging er unter anderem der Frage nach, welche Effekte von Dehnübungen tatsächlich nachgewiesen sind, welche Rolle sie in Prävention, Therapie und Training spielen und wie Beweglichkeitstraining sinnvoll in moderne Gesundheits- und Trainingskonzepte integriert werden kann. Ziel war es, Bewegungsexperten einen differenzierten und evidenzbasierten Blick auf das Dehnen zu vermitteln. In einer im Nachgang durchgeführten Evaluation zur Veranstaltung, an der sich 42 Teilnehmende beteiligten, war dieser Eröffnungsvortrag der meistgelobte Beitrag des Tages. 67 % der Teilnehmenden vergaben die Bestnote 1. Besonders hervorgehoben wurden die lebendige und humorvolle Vortragsweise sowie der gelungene Spagat zwischen Wissenschaftlichkeit und Praxistauglichkeit. „Toller Referent! Alles verständlich und lebendig dargestellt. Gerne mehr davon! Humorvoll, eloquent, gute Fakten! Sehr praxisnah und doch auch wissenschaftlich fundiert. Gute Präsentation und eine gute Art des Vortragens. Alle Fakten auf den Punkt. Ohne Schwurbelei. Das hilft im Physio-Berufsalltag.“ Im Anschluss referierte Dr. Vera Abeln, Wissenschaftlerin am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihr Vortrag „Dem inneren Schweinehund eine Stimme geben – neurophysiologische und psychologische Effekte von mehr Selbstbestimmung im Sport“ beleuchtete die Bedeutung von Motivation, Selbstbestimmung und körperlicher Aktivität für Gehirn, Psyche und Gesundheit. Im Fokus standen wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie Bewegung die kognitive Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und das Selbstbild beeinflusst und welche Strategien Fachkräfte nutzen können, um Menschen langfristig zu mehr Aktivität zu motivieren. Auch dieser Vortrag wurde sehr gut aufgenommen. Besonders gelobt: die Fähigkeit, wissenschaftliche Inhalte verständlich und zugänglich darzustellen. „Fachkompetenz ohne Ende – gut und verständlich rübergebracht. Spitze! Sehr sympathische, kompetente Referentin, die ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse auch für nicht Studierte gut rübergebracht hat. Tolle Fach-Frau! Hat es geschafft, diese eher wissenschaftlichen Fakten verständlich zu vermitteln.“ Die beiden Vorträge verdeutlichten einmal mehr, dass wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermittelt und in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt werden müssen, um langfristig wirksam zu sein. Workshops mit praxisnahen Lösungen Nach den Fachvorträgen standen praxisorientierte Workshops im Mittelpunkt. Ziel war es, konkrete Methoden zu vermitteln, die Fachkräfte unmittelbar in ihren beruflichen Alltag integrieren können. Das Workshopangebot umfasste folgende Themen: ∙ „Motivierende Gesprächsführung unter Berücksichtigung von Marketing- und Kommunikationstools“ mit Peter Buntfuß-Duschek (B.A. Fitnessökonomie) ∙ „Physiotherapeutische Kompetenz in der Betrieblichen Gesundheitsförderung“ mit Christian Terstappen (Physiotherapeut) ∙ „Leistungsstark und verletzungsfrei: was unser Körper wirklich braucht!“ mit Lina Bayer (Personal Trainerin, Heilpraktikerin und Osteopathin) Die Workshops boten den Teilnehmenden vielfältige Möglichkeiten, unterschiedliche Ansätze kennenzulernen. In kleinen Gruppen konnten individuelle Fragen diskutiert und praktische Erfahrungen ausgetauscht werden. Der persönliche Kontakt und das direkte Feedback der Referierenden stellten dabei einen besonderen Mehrwert dar. Die drei Workshops wurden von den Teilnehmenden ebenfalls positiv bewertet: So überzeugte Lina Bayer das Publikum durch Authentizität und ihre persönliche Geschichte. Ihr Praxisteil kam sehr gut an, viele Teilnehmende wünschten sich noch mehr davon. Die Referentin erzielte besonders hohe emotionale Resonanz. Christians Terstappens Workshop zur physiotherapeutischen Kompetenz in der betrieblichen Gesundheitsförderung wurde von fachlich Versierten sehr geschätzt. Besonders hervorgehoben: strukturierter Aufbau, aktive Einbindung der Teilnehmenden und praktische Beispiele. Auch Peter Buntfuß-Duschek überzeugte, wenngleich ein Teil der Teilnehmenden Marketing und Kommunikation noch nicht als bedeutsamen Bestandteil des eigenen Berufsalltags versteht. Dabei zeigt die Praxis: Wer seine Leistung nicht sichtbar macht, wird auch nicht gefunden – ein Thema, das für Bewegungsfachkräfte zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ergänzt wurde das Programm durch ein bewegtes Pausenformat mit Ajambow, dem Fitnesskonzept für einen starken Rücken und gute Laune, dass die Bedeutung von Bewegung und Motivation im Alltag auf kreative und unterhaltsame Weise verdeutlichte. Interdisziplinärer Austausch im Fokus Ein wesentlicher Bestandteil des Expertenworkshops ist der persönliche Dialog. Fachkräfte aus den Bereichen Medizin, Therapie, Bewegung, Prävention und betrieblicher Gesundheitsförderung nutzten die Gelegenheit, sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Gerade dieser interdisziplinäre Ansatz trägt dazu bei, Prävention und Behandlung weiter-

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