67 AGR aktuell 2026/75 | Aktion Gesunder Rücken e. V. Der Leitfaden Prävention schreibt im Handlungsfeld Bewegung, zu dem auch die Rückenschule zählt, weiterhin staatlich anerkannte und handlungsfeldbezogene Berufs- oder Studienabschlüsse vor, welche von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) geprüft werden und nachfolgend genannte Fachkompetenzen vermitteln: ∙ Trainings- und Bewegungswissenschaften ∙ Medizin ∙ Pädagogik/Psychologie ∙ Theorie und Praxis der Sportarten/ Bewegungsfelder ∙ Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention ∙ Pathologie/Pathophysiologie Diese Kompetenzen können seit 2020 auch nebenberuflich über eine nichtformale berufliche Qualifizierung mit Abschluss an privaten Institutionen erworben werden. Diese Schaut man sich die Prävalenz von Rückenbeschwerden an, so stellt man fest, dass diese seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau stagniert. So gaben in der Consumer Insights Global Umfrage 2023 rund 63 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an, in den letzten 12 Monaten unter Rückenschmerzen gelitten zu haben. Damit belegten Rückenschmerzen den ersten Platz, noch vor Atemwegserkrankungen oder psychischen Störungen. duzierung von Rückenbeschwerden und zur Stärkung der Gesundheitsressourcen der Teilnehmenden beitragen. Im Kern handelt es sich dabei um ein ab- geschlossenes Bewegungsprogramm, welches über 8 bis 12 Wochen und einer festen Gruppe mit einem speziell ausgebildeten Rückenschullehrer arbeitet und dabei sowohl die physischen als auch die psychosozialen Gesundheitsressourcen verbessert. Gezielte Übungen zur segmentalen Stabilisation, wie auch zur Verbesserung und Optimierung muskulärer Spannungs- sowie Längenverhältnisse, stehen dabei ebenso auf der Agenda, wie der Transfer von Handlungs- und Effektwissen. Ziel ist es, so den Bewegungsmangel zu reduzieren, der rund 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland begleitet und dabei im Alltag unter anderem zu mehr als 10 Stunden des Sitzens führt. Darüber hinaus soll ein Mindset für Gesundheit entwickelt werden, welches zur dauerhaften Bindung an sportliche Aktivität und somit zur nachhaltigen Entwicklung der Gesundheit im Allgemeinen und zur Rückengesundheit im Speziellen führt. Der Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) hat hierzu mit seinen Stützpunkten ein flächendeckendes Ausbildungssystem zur Rückenschule entwickelt, welches genau hier ansetzt und Kursleiter:innen befähigt, entsprechende Rückenschulkurse in der Prävention zu leiten. Die Weiterentwicklung zur Fachkraft Rückengesundheit steht hier auch bereits in den Startlöchern. Doch möchte man als Anbieter entsprechender Kursangebote mit den Krankenkassen in der Prävention nach § 20 SGB V zusammenarbeiten und seinen Teilnehmenden eine Erstattung von Kursgebühren ermöglichen, ist eine aktuell gültige Rückenschullehrer-Lizenz nur die eine Hälfte der notwendigen Qualifikationen. Rückenschule allein reicht nicht Der Weg zur Anerkennung in der Prävention Christian Kunert I Akademie für Prävention & Fitness Gleichzeitig verursachten Rückenschmerzen im gleichen Zeitraum knapp 15 Mrd. Euro an direkten Kosten im Gesundheitssystem. Zusammen mit den indirekten Kosten durch unter anderem Ausfallzeiten im Beruf, liegen die Kosten insgesamt bei 35 bis 40 Mrd. Euro. Zudem wurden im Jahr 2025 auf je 100 Versicherungsjahre 142 Krankheitstage aufgrund von Rückenerkrankungen insgesamt gezählt, was dem Niveau des Jahres 2002 entspricht. Runtergebrochen auf die einzelne Arbeitsunfähigkeit fehlen Mitarbeitende im Rahmen einer Vollzeitstelle fast einen ganzen Monat pro Jahr (19,5 Tage). Doch nicht nur für die Volkswirtschaft sind diese Zahlen erschreckend. Vielmehr stecken hinter all diesen Zahlen auch menschliche Schicksale aus Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Ängsten. Da sich die Rückenschmerzen allerdings bei über 80 Prozent der Betroffenen als sogenannte unspezifische Beschwerden herausstellen, kann mit konservativen Methoden interveniert werden. Ein angeratenes und sinnvolles Mittel der Wahl ist gezieltes und strukturiertes Training in Form einer Rückenschule. Diese kann mit ihrem ganzheitlichen biopsychosozialen Ansatz auf unterschiedlichen Ebenen zur Re-
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