AGR aktuell Ausgabe 75

Geprüft & empfohlen 6 AGR aktuell 2026/75 | Aktion Gesunder Rücken e. V. Biomechanische Anforderungen an ein orthopädisch sinnvolles Kopfkissen Aus funktionell-anatomischer Sicht sollte ein Kopfkissen dazu beitragen, die natürliche Lordose der Halswirbelsäule zu erhalten, ohne dabei eine Überstreckung oder Flexion zu provozieren. In Rückenlage bedeutet dies, dass der Hinterkopf leicht einsinken kann, während die zervikale Lordose gezielt unterstützt wird. In Seitenlage ist entscheidend, dass der Abstand zwischen Schulter und Kopf so ausgeglichen wird, dass die Wirbelsäule eine möglichst gerade Linie bildet. Viele herkömmliche Kissen sind entweder zu voluminös oder zu weich, sodass der Kopf unkontrolliert absinkt oder in eine Fehlposition gedrückt wird. Daraus können erhöhte muskuläre Aktivität, myofasziale Verspannungen sowie morgendliche Nacken- und Kopfschmerzen resultieren. Konstruktives Prinzip: Kombination aus Nackenstütze und differenzierter Füllung Die Silvana Support Kissen basieren auf einem zweigeteilten Funktionsprinzip: 1. Integrierte Nackenstütze Eine vorgeformte Stützzone im unteren Kissenbereich unterstützt gezielt die Halswirbelsäule. Sie soll helfen, die physiologische Krümmung in Rückenlage zu stabilisieren und in Seitenlage ein Abknicken im Bereich C5–C7 zu vermeiden. 2. Dreikammer-System im Kopfbereich Der obere Kissenbereich ist in drei Zonen mit differenzierter Füllung unterteilt. Dadurch kann der Kopf – abhängig von Schlafposition und individueller Morphologie – unterschiedlich tief einsinken. In Rückenlage liegt der Kopf etwas tiefer als in Seitenlage, während die Nackenstütze die Höhe konstant hält. Ziel ist es, die zervikale Wirbelsäule in beiden Positionen auf vergleichbarer Höhe zu stabilisieren. Dieses Konstruktionsprinzip verbindet Elemente traditioneller Nackenrollen mit den Komforteigenschaften klassischer Kissenfüllungen. Aus therapeutischer Sicht ist insbesondere die Kombination aus Stützfunktion und adaptiver Druckverteilung relevant. Schlaf nimmt etwa ein Drittel unseres Lebens ein und spielt eine zentrale Rolle in der Regeneration des Bewegungsapparates. Insbesondere für die Halswirbelsäule (HWS) stellt die nächtliche Lagerung einen entscheidenden Faktor dar. Fehlhaltungen oder unzureichende Unterstützung können bestehende Beschwerden verstärken. Vor diesem Hintergrund gewinnen ergonomisch konzipierte Kopfkissen zunehmend an Bedeutung – nicht als Lifestyle-Produkt, sondern als funktionelles Element im Rahmen eines ganzheitlichen Therapie- und Präventionsansatzes. » Ergonomische Unterstützung der Halswirbelsäule im Schlaf Die neu AGR-zertifizierten Silvana Support Kissen Nach Informationen von Ducky Dons Nederland B.V. Differenzierung nach Körperbau und Matratzenhärte Ein weiterer ergonomischer Aspekt ist die Abstimmung auf individuelle Parameter wie Körpergewicht, Schulterbreite und Einsinkverhalten der Matratze. Die Silvana Support Serie umfasst daher sechs Festigkeitsvarianten – von extra weich bis extra fest – und ermöglicht dadurch eine bedarfsgerechte Auswahl. Ein entscheidender Punkt, da ein zu hohes oder zu niedriges Kissen selbst bei guter Konstruktion kontraproduktiv wirken kann. Für die therapeutische Praxis bedeutet dies: Die Empfehlung eines Kopfkissens sollte – ähnlich wie bei orthopädischen Hilfsmitteln – differenziert erfolgen und individuelle Faktoren berücksichtigen. Materialien und Langzeiteinsatz Neben der Ergonomie spielt im klinischen Alltag auch die Materialqualität eine Rolle. Silvana verwendet in der Support-Linie unter anderem Talalay-Latex als stützendes Element. Dieses Material ist bekannt für seine Form- stabilität und gleichmäßige Druckverteilung.

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