Berichte aus den Verbänden 43 AGR aktuell 2026/75 | Aktion Gesunder Rücken e. V. „Hey, das bekommen wir hin.“ Dieser Satz steht für ein berufliches Selbstverständnis, das lösungsorientiert, evidenzbasiert und langfristig denkt. Moderne Bewegungstherapie zielt nicht allein auf die Reduktion akuter Beschwerden, sondern auf den Erhalt und die Stabilisierung von Therapieerfolgen. Genau hier setzt strukturierte Nachsorge in Verbindung mit gezielter Prävention an. Ein Praxisbeispiel verdeutlicht dies: Frau S., 45 Jahre, chronisch rezidivierende Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule, erhält zwölf Einheiten aktiver Therapie. Die Schmerzen sind anschließend deutlich reduziert, die Funktion spürbar verbessert. Formal ist die Behandlung abgeschlossen. Ohne AnschlussRückenbeschwerden zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen in Deutschland. Sie sind Leitsymptom einer bewegungsarmen Gesellschaft und zugleich ein zentraler Aufgabenbereich der Physiotherapie. Mit der letzten Behandlungseinheit endet jedoch lediglich die Verordnung. Die Verantwortung für nachhaltige Versorgung endet dort nicht. behandlung droht jedoch das bekannte Muster aus Rückfall, neuer Verordnung und erneuter Therapie. Stattdessen erfolgt der Übergang in einen zertifizierten Präventionskurs nach § 20 SGB V mit dem Schwerpunkt Rumpfstabilität und alltagsnaher Bewegungsintegration. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Trainingsimpulse sowie klare Zielvereinbarungen. Drei Monate später zeigt sich eine stabile Beschwerdefreiheit, eine deutlich gesteigerte Eigenkompetenz und keine erneute Krankschreibung. Prävention wirkt langfristig Präventionskurse nach § 20 SGB V sind wissenschaftlich anerkannt und werden nach Zertifizierung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention von den gesetzlichen Krankenkassen mit bis zu 80 oder 100 Prozent bezuschusst. Der Präventionsbericht 2025 zeigt, dass die Krankenkassen allein im Jahr 2024 rund 1,9 Millionen Menschen bei Gesundheitskursen unterstützt haben. Dies entspricht einem Anstieg von 17 Prozent. Mehr als 90 Prozent dieser Angebote entfielen auf die Bereiche Bewegung und Stressmanagement. Gleichzeitig erreicht Prävention weiterhin nur einen begrenzten Teil der Bevölkerung. Hier liegt sowohl eine Chance als auch eine klare Verantwortung für unsere Berufsgruppe. Präventionsangebote stärken muskuläre und funktionelle Strukturen, fördern Selbstmanagement und reduzieren das Risiko von Rezidiven. Sie sind kein Zusatzangebot, sondern die konsequente Fortführung therapeutischer Prozesse. Ob in Präsenz oder in digitaler Form, beide Ansätze erweitern Reichweite und Versorgungsqualität sinnvoll. Aus Sicht des VDB ist eindeutig: Eine nachhaltige Gesundheitsversorgung erfordert die enge Verzahnung von Therapie und Prävention. Wer Patienten frühzeitig über Nachsorgeoptionen informiert, schafft Kontinuität, erhöht die Adhärenz und stärkt die Gesundheitskompetenz. Therapie wirkt kurzfristig. Prävention wirkt langfristig. „Hey, das bekommen wir hin“ bedeutet daher, Menschen über die letzte Behandlung hinaus zu begleiten. Strukturiert, wirtschaftlich tragfähig und mit einer klaren Perspektive auf dauerhafte Rückengesundheit. » Therapie endet. Betreuung beginnt neu. Langfristige Rückengesundheit durch Prävention André Laufer I VDB-Bundesvorsitzender, Master für Präventions- und Gesundheitsmanagement, Sport- und Bewegungstherapeut André Laufer Bundesvorsitzender VDB-Physiotherapieverband e.V. ' Kontaktinformationen VDB-Physiotherapieverband e. V. Bundesverband 10318 Berlin Tel.: 030 36700000 bv@vdb-physio.de https://vdb-physio.de
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