AGR aktuell Ausgabe 75

Neues aus der Verhältnisprävention 36 AGR aktuell 2026/75 | Aktion Gesunder Rücken e. V. Funktionsweise instabiler Unterlagen im Rückentraining Instabile Unterlagen aktivieren durch permanente Feinjustierungen der Muskulatur die tiefen Stabilisatoren des Rumpfes, wie die Multifidii und den Transversus abdominis. Dies fördert eine stabile Wirbelsäulenposition und entlastet die Bandscheiben. Sportmedizinische Studien wie die Meta-Analyse von Saeterbakken et al. (2022) zeigen, dass ein achtwöchiges Training die Rumpfkraft um bis zu 40 Prozent steigern und die Haltung signifikant verbessern kann. Die Belastung bleibt gering, da Stöße absorbiert werden – geeignet für sitzende Bürotätigkeiten oder eingeschränkte Mobilität. Praktische Übungen für das Rückentraining Einfache Übungen wie balancierendes Stehen oder Kniebeugen auf der instabilen Unterlage fordern Rücken- und Rumpfmuskulatur. Einseitiges Stehen stärkt die seitliche Stabilisatoren, während sich durch das Sitzen auf einer wackeligen Unterlage das Training nebenbei in den Alltag integrieren lässt. Solche Elemente passen zu Richtlinien für Rückenschulungen und eignen sich für Firmenprogramme oder Therapien. Gruppenübungen sind platzsparend möglich und fördern die Motivation durch spielerische Elemente. Sturzprophylaxe durch propriozeptives Training Stürze betreffen ab dem 60. Lebensjahr rund 30 Prozent jährlich und führen oft zu Frakturen oder Mobilitätseinschränkungen. Instabile Unterlagen schulen propriozeptive Sensoren in Füßen, Knöcheln und Hüften sowie Reaktionsschnelligkeit. Meta-Analysen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie belegen eine Risikoreduktion um 25–35 Prozent bei regelmäßigem Balance-Training. In Kursen wie „Fit im Alter“ werden sie zur Vermeidung haushaltsüblicher Stolperfallen eingesetzt. » Rückentraining und Sturzprophylaxe mit instabilen Unterlagen Rückenschmerzen und Stürze als Präventionsfelder Nach Informationen der TOGU GmbH Rückenschmerzen und Stürze stellen zentrale Herausforderungen in der Verhältnisprävention dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Rentenversicherungsträger identifiziert sie als Hauptursachen für Berufsunfähigkeit und Pflegebedarf. Etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Rückenschmerzen, während Stürze bei Personen über 65 Jahren jährlich zu über 150.000 Krankenhausaufenthalten führen. Die Übungsprogramme zielen auf evidenzbasierte Maßnahmen ab, die tiefe Muskulatur stärken und Gleichgewicht verbessern, um langfristig Ausfälle zu reduzieren.

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