AGR aktuell Ausgabe 74

Interdisziplinäre Fachbeiträge 27 AGR aktuell 2025/74 | Aktion Gesunder Rücken e. V. faktoren berücksichtigt. Die psychologische und psychotherapeutische Betreuung spielt dabei eine zentrale Rolle. Besonderes Qualitätsmerkmal: ANOA-Cert Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist das Zertifizierungssystem ANOA-Cert, das über die gängigen Anforderungen hinausgeht und einen einheitlichen, hohen Standard garantiert. Mehrere ANOA-Kliniken haben die Chance genutzt und sich zusätzlich durch ANOA-Cert zertifizieren lassen. Das Qualitätssiegel dient unter anderem dazu, nach außen überzeugend darzustellen, dass das ANOA-Konzept in Gänze beherrscht wird und Patienten und Patientinnen somit die bestmögliche Behandlung erhalten. Krankenhausreform gefährdet Versorgung chronisch Schmerz- kranker Die geplante Krankenhausreform (KHAG) gefährdet insbesondere die stationäre Versorgung chronisch schmerzkranker Patientinnen und Patienten. Der Reformentwurf sieht unter anderem vor, einen Großteil der spezialisierten Schmerztherapie-Strukturen der allgemeinen Chirurgie zuzuordnen – eine Entscheidung, die von den großen deutschen Fachgesellschaften und Patientenvereinigungen als fachfremd und kontraproduktiv zurückgewiesen wird. Auf die drohenden Versorgungsrisiken haben die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., die ANOA sowie weitere Partnerinnen und Partner aus dem Bereich der Schmerzmedizin im vergangenen September auf einer Pressekonferenz hingewiesen. ANOA-Präsident Dr. Jan Holger Holtschmit bringt die Problematik auf den Punkt: „Orthopädische Schmerzkliniken fallen durchs Raster. Bleibt das Gesetz unverändert, verlieren wir Einrichtungen. Genau diese Versorgungsstruktur ist für viele schwer chronifizierte Schmerzpatienten jedoch die einzige Chance auf Besserung.“ Ohne eine eigenständige Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ drohe ein flächendeckender Rückbau, mit einem mittelfristigen Wegfall von mehr als 40 Prozent der Leistungsmöglichkeiten. Der Bedarf aber steigt weiter, wie die wachsenden Wartelisten zeigen. ANOA und ihre Partner fordern Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ Im engen Schulterschluss fordern alle Partnerinnen und Partner – die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e. V. (BVSD), der Berufsverband für Physikalische und Rehabilitative Medizin (BVPRM), die Interdisziplinäre Gesellschaft für Orthopädische Schmerzmedizin (IGOST) sowie die Patientenvereinigung USVD SchmerzLOS e. V. (Unabhängige Vereinigung aktiver Schmerzpatienten in Deutschland) sowie die ANOA – die Einführung einer eigenen, gesicherten Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ im Rahmen der Krankenhausreform. Nur so kann eine wohnortnahe, interdisziplinär qualitätsgesicherte Behandlung chronisch Erkrankter langfristig gesichert werden. Die Politik ist gefordert, bestehende Strukturen nicht nur zu erhalten, sondern zugleich auch dem realen Versorgungsbedarf Rechnung zu tragen. Dr. Jan Holger Holtschmit: „Die multimodale Schmerztherapie nach dem ANOA-Konzept ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgungslandschaft für chronisch schmerzkranke Menschen am Bewegungssystem in Deutschland. Sie bietet einen differenzierten, ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz, ist jedoch durch die Krankenhausreform akut gefährdet. Es braucht jetzt konsequentes politisches Handeln, um einerseits eine Verschlechterung der Versorgung zu verhindern und andererseits den wissenschaftlich belegten Goldstandard der multimodalen Komplexbehandlung auch weiterhin zu sichern.” Weitere Informationen zum ANOA-Konzept sowie zu den Kliniken der ANOA sind unter www.anoa-kliniken.de abrufbar. ' Kontaktinformationen Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA) Lisa Gauch | Geschäftsstelle ANOA Tel. 06744 712-156 info@anoa-kliniken.de www.anoa-kliniken.de Dr. Jan Holger Holtschmit, Präsident der ANOA und Chefarzt am Marienhaus Klinikum St. Wendel-Ottweiler, bei der Unter- suchung und Behandlung eines Patienten nach ANOA Dr. Emilia Marincus (Assistenzärztin), Sankt Vincentius Krankenhaus Speyer, bei der Patientenbehandlung Dennis Sankat, Chefarzt Konservative Orthopädie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Tauberbischofsheim, im Gespräch mit einer Patientin

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